Zwischen dir und mir. Das Egosterben.
Nichts ist geblieben von uns.
Und das ist wohl das Schwierigste an dieser Geschichte, von der ich dachte, dass sie meine Liebesgeschichte des Lebens ist.
Das Gefühl das bleibt: Wie konnte ich mich irren? Wie konnte mein Gefühl mich so täuschen? Denn es täuscht mich nicht. Niemals.
Ich dachte, du kannst mehr als das, was du abgeliefert hast.
In den Momenten, wo wir uns ganz nah waren.
Oder jenen, wo du mit dir gekämpft hast, weil ich nicht deinem kulturell produzierten Bild von Weiblichkeit entspreche. Sondern es eher herausfordere.
Nichts ist geblieben außer eine Erfahrung, die ich nicht ganz einordnen kann.
Denn tief in mir fühle ich: Es wäre anders gedacht, bestimmt, erfüllt gewesen.
Und dann frage ich mich: Kann man an seinem Schicksal vorbeilaufen, durchfallen, es verpassen?
Ja. Kann man.
Du weißt schon: die meisten Menschen kommen dann im Alter drauf, wenn der schmerzhafte Satz: Ach, hätte ich doch bloss….ins Bewusstsein rückt und man erkennt, dass man aus falschen Gedanken, falsche Entscheidungen und unwiderrufliche Gedanken getroffen hat.
Diese Geschichte hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack in mir.
Dieses Gefühl von: wir haben es zusammen zerstört. Weil wir nicht den Mut hatten, uns zu vertrauen.
Wenn ich an dich denke, bist du mir ein vertrauter Fremder.
Oder ein fremder Vertrauter.
Was ich dir vorwerfe?
Alles. Und vorallem deine Unfähigkeit das Feuer dieser Liebe zu ehren, zu halten, darin zu erwachen, deine Ängste darin schmelzen zu lassen und dieser verrückten Idee von “wir” eine Chance zu geben.
Ich frage mich immer wieder, ob ich etwas falsch gemacht habe?
Suche nach den Fehlern bei mir - das, was Frauen immer machen. So haben wir es gelernt.
Doch ich finde ihn nicht - den Fehler bei mir.
Und in dieser radikalen Ehrlichkeit, darf ich mir begegnen und mir eingestehen:
In dieser Geschichte mit dir, hab ich nichts falsch gemacht.
Außer, dass ich zu lange bei einem Mann geblieben bin, der am Anfang vielverprechend die Bühne betrat.
Und sich im Laufe des Schauspiels als etwas entpuppte, das ich anfangs zwar wahrnahm. Doch mein Glaube an dein Potential Baby - war stärker als dein Glaube an uns.
Du wolltest dass ich dir eine Sicherheit für deine Ängste gebe.
Dass ich dir verspreche, dich nicht zu verlassen.
Doch dein Deal war: Ich benehme mich wie ein Arschloch. Und sie steht trotzdem zu mir. Und rettet mich. Hält durch. Hält aus
Meine Antwort darauf: Ich bin nicht deine Mama, Baby.
Und in deiner Unbewusstheit, hast du übersehen: Dass du mich subtil quälen möchtest, um dir selbst zu beweisen, dass du es nicht wert bist, geliebt zu werden.
Menschliche Tiefe ist komplex.
Menschen sind komplex.
Es gibt ein weises Sprichwort aus dem Tao Buddhismus:
Du musst lernen, die Menschen in ihrer Ganzheit zu lieben.
Das Gute. Das Nicht Gute. Und vorallem das Nicht Gute.
Aber du kannst entscheide, wie viel von dem Nicht Guten dein eigenes Leben zerstört.
Und so war es dann irgendwann zwischen uns.
Deine nicht integrierten Schatten begannen mich zu zerstören.
Langsam. Aber spürbar. Merkbar in all meinen Lebensbereichen. In der Art, wie ich mich veränderte. Und welche Gedanken und Gefühle sich in meinen Alltag schliechen. Es wurde anstrengend.
Das Paradoxe daran: Die Liebe war so stark. Ich liebte dich wirklich. Deine Seele, uns in deiner Seele, diese Optionen auf mögliche timelines zusammen, die Erinnerung an unsere Liebe aus längst vergangenen Zeiten.
Doch man muss sich dafür entscheiden.
Wir haben es verpasst.
Vielleicht nicht hier.
Nicht jetzt.
Nicht in diesem Leben.
Was habe ich bloss falsch gemacht?
ich bin zu lange bei einem Mann geblieben, der nicht bereit war.
Ich glaube als Frau wird man das niemals ganz verstehen.
Denn für uns gibt es Liebe und Nicht Liebe.
Und wenn Liebe kommt, dann sind wir bereit. Ob wir bereit sind oder nicht.
Aber anscheinend war ich es nicht für dich.
So einfach ist das.
Schmerzhaft einfach.
Ein bisschen Ego Sterben hat noch nie geschadet.
Um damit der Erkenntnis Platz zu machen: Leb wohl. Ich schließe dieses Kapitel. Denn du bist nicht mehr der Hauptcharakter in meinem Buch. Denn der Hauptcharakter war immer nur ich. Und ich entscheide. Flip the Script. A crazy ending can be a beautiful beginning.
Und so schreibt das Leben seine Geschichten.
Die Frage ist immer:
Gehst du als Heldin oder tot hervor?
Bricht dich das Leben oder macht es dich weiser?
Bewusstheit vs. Unbewusstheit.
Das ist hier die Frage.
Licht am Ende dieser langen Dunkelheit mit dir heißt für mich: dich, uns, das hinter mir zu lassen.
Und trotz des Schmerzes und gerade wegen ihm Danke zu sagen.
Danke, dass du mein Leben berührt hast. Es war kurz. Punkt.